Erkennen
Das Auto sagt selbst, ob jemand hinten sitzt.
Kein einzelnes Signal entscheidet. Die Hecktür, das Heck, das tiefer sinkt, der Gurt, das Fahren nach dem Halt: zusammen ergeben sie ein Bild, das gegen die Sitzmatte gemessen wurde. Und das Verfahren lernt dazu: wird es besser, werden alte Tage neu gerechnet.

- besetzte Fahrten ohne Sitzsensor gefunden
- 86 / 87
- der Halte richtig als „hinten besetzt“ erkannt
- 98,6 %
- der Einstiege hinten über die Tür erkannt
- 97,7 %
- ein angelegter Fahrgastgurt heißt Fahrgast
- 99,4 %
Das Problem
- Eine Kamera im Taxi will niemand, weder Fahrer noch Fahrgast. Ein Sitzsensor kostet Einbauzeit je Auto.
- Ohne Beleg, dass jemand drin saß, ist jede Schwarzfahrt-Frage ein Streit um Worte.
- Gurtzähler allein reichen nicht: hinten schnallt sich nur jeder zweite an.
Ein Fall aus dem Betrieb
Die Nachtfahrt ohne Taxameter
Hecktür auf, Heck sinkt, elf Kilometer Fahrt, Taxameter aus, keine Plattformfahrt dazu. Wie eine Fahrt am Morgen auf der Prüfliste landet.
So läuft es ab
- 01
Die Hecktür geht auf
Ohne geöffnete Hecktür ändert sich hinten nichts, in 349 geprüften Halten ohne eine Ausnahme. Nur der Kofferraum zählt nicht als Einstieg.
- 02
Das Heck sinkt, der Wagen fährt
Jede Person hinten drückt das Heck messbar tiefer. Wer nach dem Halt kaum fährt, wartet leer am Stand. Ein Gurt, der einrastet, bestätigt es.
- 03
Die ganze Schicht wird beurteilt
Ein- und Ausstiege wechseln sich ab. Die Auswertung sieht alle Halte einer Schicht zusammen und entscheidet erst dann, nicht an einem einzelnen Signal.
Was es nicht kann
- Mensch und Gepäck auf der Rückbank lassen sich an der Federung nicht trennen.
- Ohne Hecktür-Signal oder bei schief eingebautem Gerät fällt die Methode aus; dann hilft der Sitzsensor.
- Gemessen ist das Verfahren an einem Fahrzeug über fünf Nächte gegen die Sitzmatte; auf zwei weiteren Fahrzeugen 13 von 13 und 26 von 29 gegurtete Fahrten.
Fragen
Brauche ich dann gar keinen Sitzsensor?
Für die meisten Autos nicht. Wo das Modell keine Tür- und Gurtsignale liefert, oder wo Sie je Fahrt einen Beweis statt einer Wahrscheinlichkeit wollen, kommt der Sitzsensor dazu.
Was ist mit dem Beifahrersitz?
Viele Modelle melden „Beifahrer anwesend“ und den Beifahrergurt. Beides fließt mit ein, der Fahrergurt zählt nie.
Kann ein Fahrer das austricksen, etwa mit einem dauerhaft gesteckten Gurt?
Ein Gurt, der länger als acht Stunden am Stück steckt, wird verworfen und als Auffälligkeit gemeldet.
Wie sicher ist das Ergebnis?
Am Halt 95,8 Prozent richtig, „hinten besetzt“ 98,6 Prozent, 86 von 87 besetzten Fahrten gefunden, eine zu viel. Die Zahlen stehen mit Quelle auf der Seite Zahlen.
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